Alles Lehman, oder was? | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Alles Lehman, oder was?

Der Kapitalismus befindet sich in der schwersten Krise seit der Großen Depression 1929. Wo liegen die Ursachen, und was muss getan werden, um die entfesselten Finanzmärkte zu bändigen?

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Ein Marshallplan für Südeuropa

von Dierk Hirschel und Klaus Busch
Angela Merkel, Nicolas Sarkozy und Kollegen können kurz durchatmen: Giorgos Papandreou hat sein neues Sparpaket durch das griechische Parlament gebracht. Noch ist Athen also nicht pleite, denn Griechenland bekommt jetzt einen zweiten, 120 Mrd. Euro schweren Notkredit. […]
Foto: Zaki Razalli

Ratingagenturen: Die dunkle Macht?

von Wieslaw Jurczenko
Um die europäische Schuldenkrise zu bewältigen, spannen die Regierungen der Eurozone derzeit einen Schutzschirm nach dem anderen auf – allerdings ohne langfristige Erfolge zu erzielen. Im Gegenteil, längst hat die Politik die Kontrolle über das Geschehen auf den Finanzmärkten verloren. […]
Foto: atomicjeep

Der „neue IWF“: Krisenfeuerwehr oder Systemwächter?

von Jörg Goldberg
Der Internationale Währungsfonds (IWF) gehört zu den großen Gewinnern der aktuellen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise. Er beweist damit zum dritten Mal in seiner gut 65jährigen Geschichte Anpassungs- und Überlebenswillen. […]
Foto: Adfoto

Bankster vor Gericht

Kollektive Unschuld und systemische Kriminalität

von Werner Rügemer
Die öffentlichen Verurteilungen hätten kaum heftiger sein können: Die Banker haben den „größten Bankraub aller Zeiten“ organisiert und die zivilisierte Welt um ein Haar in den „Abgrund“ gerissen; deshalb müsse mit den „Kapital-Verbrechern“ abgerechnet werden.[1] […]
Foto: Liakapelke

Von der Schuldenspirale zur Schuldenbremse

Irrwege der Haushaltspolitik

von Jürgen Leibiger
Als Jaques Necker, Finanzminister des französischen Königs Louis XVI., im Jahr 1781 das enorm defizitäre Budget der Krone veröffentlichte (Compte rendu au roi), schlug das im ohnehin schon brodelnden Frankreich wie eine Bombe ein. Necker wurde entlassen. […]

Die Finanzkrise als Demokratiekrise

Der Staat als Dienstleister des Finanzkapitals

von Katja Pink und Thilo Bode
Ermittlungen wegen Betrugs gegen die weltgrößte Investmentbank Goldman Sachs in den USA und in Großbritannien, dutzende straf- und zivilrechtliche Verfahren gegen Finanzakteure in Deutschland sowie Banker im „Dauer-Bashing“ durch die Medien: Man könnte fast den Eindruck gewinnen, jetzt werde die Finanzkrise endlich gründlich aufgearbeitet. […]

Der große Betrug

von James K. Galbraith
Ein ganzer Berufsstand, die Ökonomen, sieht sich heute blamiert. Die Wirtschaftswissenschaft, wie sie seit den 80er Jahren gelehrt wurde, hat völlig vor der Aufgabe versagt, die hinter der Finanzkrise wirkenden Kräfte zu begreifen. […]

Machtwechsel der Ideen

Für die Entzauberung des neoliberalen Glaubens

von Birgit Mahnkopf
Seit Ausbruch der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise wird häufig von einer „Zeitenwende“ gesprochen und geschrieben. Vielstimmig beklagt man das Fehlen sozialmoralischer Grundlagen des Kapitalismus. […]

Griechische Tragödie

Über Staatsverschuldung und die Zähmung der Finanzmärkte

von Hermannus Pfeiffer
Die griechische Tragödie, die derzeit aufgeführt wird, ist keineswegs auf Griechenland oder auch nur auf Europa beschränkt. Sie ist vielmehr ein weltweites Phänomen. Denn jeder Staat ist verschuldet. Hoch verschuldet. […]

Nebelkerzen im Finanzkasino

von Wieslaw Jurczenko
Gut anderthalb Jahre ist es her, dass die größte Finanz- und Wirtschaftskrise seit 1929 über die Welt hereinbrach. […]
Foto: Ponzi Unit

Überwindet den Krisenkapitalismus

Für eine Erneuerung des schöpferischen Marxismus

von Samir Amin
Das Prinzip endloser Akkumulation, also das Wesen des Kapitalismus, ist gleichbedeutend mit exponentiellem Wachstum; letzteres aber führt, wie Krebs, zum Tode. John Stuart Mills, der das erkannte, malte sich einen „stationären Zustand“ aus, der diesem irrationalen Prozess ein Ende setzen werde. John Maynard Keynes teilte die Zuversicht, dass die Vernunft siegen werde. […]

Worauf es ankommt

Ein Jahr nach dem Banken-Crash

von Joseph Stiglitz
Das fesselndste Thema dieser Tage ist zweifellos die weltweite Wirtschaftskrise. Sie erfasst jedes Land, weltweit, auch die Entwicklungsländer. Eine Zeit lang hielt sich der Mythos, es werde zu einer Entkopplung kommen – die Krise, die in den USA begann, werde Europa und die Entwicklungsländer nicht in Mitleidenschaft ziehen. Ganz offenkundig kam es anders. […]

Der Finanzstaatsstreich: Ihre Krise, unsere Haftung

von David Harvey
Signalisiert die gegenwärtige Krise tatsächlich das Ende des Neoliberalismus? Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, was man unter Neoliberalismus versteht. Für mich handelt es sich um ein Klassenprojekt, das heute eingekleidet in viel Rhetorik über Individualismus, Freiheit, Verantwortung der Einzelnen, Privatisierung und freie Märkte daherkommt. […]

Das Versagen der Landesbanken

von Axel Troost und Philipp Hersel
Die Weltfinanzkrise hat in der Bundesrepublik nicht nur die Privatbanken, sondern gerade auch den öffentlich-rechtlichen Finanzsektor hart getroffen. Quasi über Nacht rutschten mehrere Landesbanken tief in die roten Zahlen. […]

Kapitalismus ohne Haftung

von Katja Pink und Thilo Bode
In wenigen Fragen war sich die Bevölkerung bisher so einig wie bei der Verurteilung von Bonus-Zahlungen für die „schamlosen Banker“. In der Kritik stehen diese Zahlungen allerdings vor allem deshalb, weil der Staat die Geldinstitute der Boni-Empfänger gerade erst mit Steuergeldern vor der Insolvenz bewahren musste. […]

Nach der Krise ist vor der Krise

Für ein Wirtschaftsdemokratie ohne Finanzkapitalismus

von Friedhelm Hengsbach
Durch Deutschland muss ein Ruck gehen“, forderte 1997 der damalige Bundespräsident Roman Herzog. Gut zehn Jahre später geht dieser Ruck nicht nur durch Deutschland, sondern durch die Welt – jedoch in völlig anderer Art und Weise, als Roman Herzog ihn sich vorgestellt hat. […]

Bastard-Keynesianismus

von Herbert Schui
Kapitalismus oder Staatsinterventionismus – wer trägt die Schuld an der Krise? So lautet die derzeit wohl am heftigsten umstrittene Frage. […]

Die Kultur des Misstrauens

von Richard Münch
Der Zusammenbruch des globalen Finanzmarktes hat die ganze Welt in Angst und Schrecken versetzt. Auf dem Finanzmarkt herrscht totales Misstrauen, das zwangsläufig in eine Rezession oder sogar Depression führen wird. Inzwischen rufen auch die glühendsten Verfechter der freien, jeder staatlichen Kontrolle entzogenen Märkte nach dem Staat als Retter in der Not. […]

Die Panik im Finanzkasino und ihre Folgen

von Heiner Flassbeck
Wenn ich in den vergangenen Jahren an den unterschiedlichsten Plätzen in der Welt über Island gesprochen habe, wurde ich immer angeschaut, als hätte ich nicht alle Tassen im Schrank. Island, sagten die Zuhörer, warum redet der über Island, ein Miniland im Nordmeer, das niemanden interessiert. […]

Die Rückkehr des Staates

von Jörg Huffschmid
Anfang 2007 trat in der EU unter dem Namen „Basel II“ eine Bankenreform in Kraft, die allseits dafür gepriesen wurde, dass sie die direkte staatliche Bankenaufsicht zurückdrängt, die Banken in mehr „Eigenverantwortung“ entlässt und auf die „Marktdisziplin“ statt rechtlicher Vorschriften als Sicherheit gegen Fehlentwicklungen vertraut. […]

Die große Depression

von Immanuel Wallerstein
Die neue Weltwirtschaftskrise ist da. Zwar gibt es immer noch Journalisten, die Ökonomen ganz schüchtern fragen, ob es zu einem Konjunkturabschwung kommen könnte. Hören Sie gar nicht hin. Denn was wir tatsächlich erleben, ist schon der Beginn einer ausgewachsenen Weltwirtschaftskrise, die fast überall mit massiver Arbeitslosigkeit einhergehen wird. […]

Das Scheitern des Monetarismus

Von den Theorien Milton Friedmans zur Finanzkrise

von James K. Galbraith
Vor fünfundzwanzig Jahren hörte ich, als ich an einem strahlenden Wintertag aus der Bergstation des Sugarloaf-Lift in Alta trat, eine vertraute Stimme. Es war William F. Buckley Jr. 1 , der jemanden um Auskunft bat. Ich zog meinen Hut und ging hinüber, um ihn zu begrüßen. […]

Glasperlenspiel oder Ökonomie

Der Niedergang der Wirtschaftswissenschaften

von Heiner Flassbeck
Den meisten deutschen Zeitungen war eine scheinbar marginale Personalie eine große Schlagzeile wert: Gustav Horn, der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), wird vom amtierenden Präsidenten des DIW, Klaus Zimmermann, gefeuert. […]
Debattenpaket
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