"Tangentopoli" - von tangenti, Schmiergelder - hieß in der italienischen Öffentlichkeit schon früh die Affäre, die in der ersten Hälfte der 90er Jahre im Gefolge staatsanwaltlicher Korruptionsaufklärung das Parteiensystem des Landes durcheinanderwirbelte und zum Untergang der Democrazia Cristiana ebenso wie der von ihr dominierten Ersten Republik führte.
Gewiß, Deutschland ist nicht Italien und die CDU keine Democrazia Cristiana. Das deutsche Tangentopoli bleibt auch im dritten oder vierten Monat "brutalstmöglicher Aufklärung" (Roland Koch) namenlos. Aber läßt sich überhaupt begreifen, was sich da abspielt, solange das Stück nicht einmal seinen Titel hat? Parteispendenaffäre?
Am 21. April starb im Alter von 68 Jahren der bundesweit bekannte Kölner Kabarettist Heinrich Pachl. Weit weniger bekannt ist, dass er auch als Kolumnist der „Blätter“ tätig war. Wir erinnern an Heinrich Pachl mit seinem literarischen Schmankerl „Genosse Amtswalter“ – zur Wiederbeatmung der SPD (in: „Blätter“, 7/1993) – und sprechen allen Hinterbliebenen unser aufrichtiges Beileid aus.