Knapp zwei Jahre nach dem Einmarsch der KFOR-Truppen und der Errichtung einer internationalen Zivilverwaltung für das Kosovo steht der Westen vor einem Fiasko. Weder ist es gelungen, Gewalt in großem Stil, diesmal vor allem von Albanern an Serben, zu verhindern, noch verfügt der inzwischen rein albanische Teil der Provinz über eine funktionierende Zivilverwaltung. Das Kosovo ist sogar zum sicheren logistischen und ideologischen Hinterland für zwei neue gewaltsame Konflikte in Südserbien und in Mazedonien geworden. Gab es je die Gelegenheit, es besser zu machen, oder dient der Misserfolg nur denen, die den Einmarsch schon vorher verurteilt haben, nun auch zu einer nachträglichen Widerlegung?
(aus: »Blätter« 4/2001, Seite 447-455)
Themen: Europa und Krieg und Frieden