Ausgabe Januar 2001

Alternativen für eine Neue Ökonomie in Europa.

Erklärung Europäischer Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wirtschaftswissenschaftler vom November 2000 (Auszüge)

Ende September 2000 traf sich in Brüssel eine Gruppe europäischer Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wirtschaftswissenschaftler. Aus den Diskussionen ging ein umfassendes Memorandum mit dem Titel "Alternative wirtschaftspolitische Leitlinien für Vollbeschäftigung und sozialen Zusammenhalt in Europa" hervor. Eine Kurzfassung davon wurde ab Mitte November als Erklärung verbreitet und schließlich, von mehr und mehr professionellen Ökonomen unterzeichnet, vor dem EU-Gipfel in Nizza in verschiedenen Hauptstädten Europas veröffentlicht. Kontaktpersonen für die Gruppe sind die Professoren Miren Etxezarreta (Universitàt Autónoma de Barcelona), John Grahl (University of North London), Jörg Huffschmid (Universität Bremen) und Jacques Mazier (Universite de Paris). Das Memorandam ist unter der Internet-Adresse www. memoeurope.uni-bremen.de zu finden. Wir dokumentieren Auszüge der Kurzfassung. - D. Red.

1. Vollbeschäftigung in Sicht?

Am Ende dieses Jahres stellen Politiker und Medien die wirtschaftliche und soziale Situation in der EU der Öffentlichkeit mit äußerst positiven und optimistischen Worten dar: Die Wirtschaft befande sich in einem Stadium des kräftigen konjunkturellen Aufschwungs und des anhaltenden Wachstums, das in einem Jahr zu mehr als zwei Millionen neuen Arbeitsplätzen geführt hat.

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In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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