Ausgabe Mai 2001

Zukunft der Betriebsverfassung

Stell Dir vor, es gibt ein neues, deutlich verbessertes Betriebsverfassungsgesetz - und es wird kaum Gebrauch davon gemacht. Ganz von der Hand zu weisen ist diese Perspektive nicht: Schließlich arbeiten schon jetzt nur noch etwa 35% aller Beschäftigten in Unternehmen mit Betriebsrat. Demokratie ist also kein Selbstläufer: Sie braucht einerseits verläßliche Rechtsgrundlagen, sie benötigt andererseits aber auch aktive, mutige Bürger, die von ihren verbrieften Rechten Gebrauch machen. Notwendig ist deshalb sowohl eine Aktivierung der Arbeitnehmer im Unternehmen als auch eine Verbesserung der rechtlichen Grundlagen. Wobei letzteres erst die Basis dafür legt, daß eine zeitgemäße Partizipation der Beschäftigten an den betrieblichen Belangen möglich wird.

Eine Erfolgsstory

Die Beteiligung der Beschäftigten an betrieblichen Entscheidungen reicht weit ins 19. Jahrhundert zurück. Sie ist Ausdruck des historisch gewachsenen Typus industrieller Beziehungen in Deutschland. Zu den Wesensmerkmalen dieses Modells gehört die Regelung der Arbeitsbeziehungen sowohl auf einer betrieblichen, einer unternehmensbezogenen und einer überbetrieblich-tariflichen Aushandlungsebene. Zwischen diesen Ebenen besteht eine juristische Trennung und eine alltagsweltliche Verknüpfung.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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