Ausgabe Oktober 2001

Arbeitgeber-Marktwirtschaft

Derzeit wetteifern CDU und Unternehmerverbände um ein Konzept der "Neuen" bzw. "neuen" Sozialen Marktwirtschaft. Die Kommission "Neue Soziale Marktwirtschaft" unter Leitung der Parteivorsitzenden Angela Merkel trat Ende August mit einem Programmpapier an die Öffentlichkeit, dessen Thesen in der Partei nun diskutiert werden sollen. Erklärtes Ziel dabei ist, die Soziale Marktwirtschaft "auf eine neue Stufe" zu heben, wobei bereits parteiintern kritisiert wurde, daß der Begriff der "Neuen Sozialen Marktwirtschaft" suggerieren könne, die Union wolle sich vom "bewährten Konzept" der Sozialen Marktwirtschaft verabschieden.

Um diesem Mißverständnis vorzubeugen, wird das Attribut "neu" nun klein geschrieben. Diese schriftsprachliche Änderung erscheint schon deshalb sinnvoll, weil in dem 116seitigen Konzept bei aller bereits vom Arbeitnehmerflügel der CDU kritisierten Annäherung an den neoliberalen Zeitgeist ausdrücklich vor einem "liberalistischen Freibeutertum" (Ludwig Erhard) gewarnt und die grundsätzliche Bedeutung des sozialen Ausgleichs und des Gleichgewichts zwischen Staat und Wirtschaft unterstrichen wird.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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