Ausgabe Oktober 2001

Pragmatischer Realismus

Chinesische Außenpolitik zwischen Hegemonialstreben und wirtschaftlichen Zwängen

Angesichts massiver Spannungen zwischen der aufstrebenden Großmacht in Ostasien und den USA stellt sich die Frage, wie China mit seinem wachsenden politischen und wirtschaftlichen Gewicht in die internationale Gemeinschaft integriert werden kann. Eine genauere Betrachtung der chinesischen Außenpolitik zeigt, daß sich hinter der Fassade nationalistischer Parolen in der Regel ein äußerst pragmatisches und ergebnisorientiertes Handeln feststellen läßt. Im Hinblick auf die deutsch- und europäisch-chinesischen Beziehungen bieten sich dadurch vielfältige Möglichkeiten der Kooperation. Chinas außenpolitischer Kurswechsel 1978 folgte der innenpolitischen Notwendigkeit, nach dem desaströsen Scheitern des maoistischen Entwicklungsmodells eine umfassende Modernisierung einzuleiten. Es galt zunächst, ein friedliches außenpolitisches Umfeld zu schaffen, um kostspielige Rüstungsanstrengungen zurückfahren zu können. Weiterhin sollte das Land so weit wie nötig in die Weltwirtschaft integriert werden, um ausländisches Kapital und internationale Technologie anzuziehen und für den Aufbau der Binnenwirtschaft zu nutzen.

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In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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