Nach dem Rücktritt von Mahmud Abbas und dem Scheitern der Roadmap erscheint der nahöstliche Friedensprozess als völlig festgefahren. (Einen Hoffnungsschimmer strahlt allein die Genfer Übereinkunft vom Oktober aus; vgl. die "Dokumente zum Zeitgeschehen" in diesem Heft) In letzter Zeit wird erneut darüber diskutiert, ob die Idee eines binationalen Staates aus der Sackgasse herausführen könnte. Tony Judt, Direktor des Remarque-Instituts an der New York University, hat jüngst in der "New York Review of Books" (16/2003) das bisher wohl weitestgehende Plädoyer für eine binationale Perspektive gehalten und heftige Kritik auf sich gezogen.
(aus: »Blätter« 12/2003, Seite 1472-1479)
Themen: Naher & Mittlerer Osten und Krieg und Frieden