Ausgabe Juli 2003

Militärische Operation im Kongo.

Beschluss des Europäischen Rates vom 5. Juni 2003 (Wortlaut)

Gestützt auf die UN-Resolution 1483 des Sicherheitsrats, die die Entsendung einer multinationalen Einsatztruppe in die Demokratische Republik Kongo autorisiert (vgl. www.un.org/ Depts/german/sr/sr_03/sr1484.pdf), beschloss der Europäische Rat am 5. Juni dieses Jahres die Entsendung einer Noteinsatztruppe unter französischer Führung. Dabei handelt es sich um die erst EU-Militäraktion in eigener Regie und ohne Rückgriff auf die NATO. Die Mission ist bis zum 1. September begrenzt. Anschließend soll die bis dahin auf 10 000 Mann aufgestockte UN-Mission MONUC den Schutz der Bevölkerung vor Massakern rivalisierender Volksgruppen sicherstellen. – D. Red.

Der Rat hat heute gemäß Artikel 14 des Vertrags über die Europäische Union eine Gemeinsame Aktion über die militärische Operation der Europäischen Union in der Demokratischen Republik Kongo (Dok. 9955/1/03REV 1) angenommen.

Diese von der EU geführte militärische Operation mit dem Code-Namen "Artemis" wird im Einklang mit dem Mandat durchgeführt, das mit der Resolution 1484 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen vom 30. Mai 2003 erteilt wurde. Zur Umsetzung dieser Resolution hatte der Generalsekretär der Vereinten Nationen die VN-Mitgliedstaaten aufgefordert, eine zeitweilige Stabilisierungstruppe in die Provinz Ituri in der Demokratischen Republik Kongo zu entsenden.

Sie haben etwa 43% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 57% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Krieg im Kongo: Trump und der gordische Knoten

von Simone Schlindwein

Heute gelingt uns das, woran so viele andere gescheitert sind«, prahlte Donald Trump im Dezember 2025, als Kongos Präsident Felix Tshisekedi und dessen ruandischer Amtskollege Paul Kagame zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages im Weißen Haus eintrafen.

Südsudan: Krieg im Patronagestaat

von Simone Schlindwein

Seit nunmehr drei Jahren tobt im Sudan ein brutaler Krieg zwischen dem sudanesischen Militär SAF und der paramilitärischen Miliz RSF mit ihren rivalisierenden Anführern General Abdelfatah al Burhan und General Mohammed Hamdan Daglo; mehre Millionen Menschen wurden seither innerhalb des eigenen Landes und in Nachbarländer vertrieben, Hunderttausende getötet.