Bereits heute liegt nach Erkenntnissen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), dem Klimaforschergremium der Vereinten Nationen, die mittlere globale Jahrestemperatur um rund 0,6 Grad Celsius über dem Wert von 1990. Lassen sich die Emissionen an Treibhausgasen nicht reduzieren, erwärmt sich die Erde bis zum Jahr 2100 voraussichtlich um 1,4 bis 5,8 Grad Celsius. In der Kulturgeschichte der Menschheit, so das IPCC, wäre ein solcher Temperaturanstieg ohne Beispiel.1Wasserknappheit und Dürren auf der einen Seite, Überschwemmungen, abschmelzende Gletscher und ein Anstieg des Meeresspiegels um bis zu 88 Zentimeter, im Extremfall sogar eine Veränderung des Golfstroms, der das Klima in Europa beeinflusst – dies sind die Themen, mit denen sich die Menschen im 21. Jahrhundert aller Voraussicht nach in zunehmendem Maße auseinander setzen müssen. Die Kosten der Anpassung an die veränderten Klimaverhältnisse werden vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung für die Bundesrepublik Deutschland auch unter günstigen Bedingungen – angenommen wird hier eine „vorausschauende Planung“ – auf rund ein Prozent des Sozialprodukts geschätzt.
In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.