Ausgabe Oktober 2003

Interventionsimperialismus

Von der Monroe- zur Bush-Doktrin

Auf der Suche nach Erklärung der gegenwärtigen US-amerikanischen Strategie stieß ich auf einen alten Text, der mir schon vor dreißig Jahren das Verständnis des Vietnam-Krieges erleichtert hatte. Er ist von Noam Chomsky und stammt aus dem Jahr 1972. Dort ist folgende Passage angestrichen:

"Der amerikanische Kreuzzug gegen den Kommunismus [...] schafft das psychologische Klima, in dem öffentliche Subventionen für die fortgeschrittenen Sektoren der amerikanischen Industrie zur Aufrechterhaltung einer riesigen Kriegsmaschine erreicht werden können. Nur eine Bevölkerung, die um ihr Überleben fürchtet, kann veranlasst werden, solchen Subventionen ihre Zustimmung zu geben, die zu einem zentralen Faktor der Nachkriegswirtschaft der Vereinigten Staaten geworden sind [...] Militärische Macht ist notwendig zur Kontrolle des Imperiums. Das Imperium wiederum wird als Notwendigkeit zur Garantie der militärischen Macht angesehen. Militarisierung der Wirtschaft ist ein wichtiger Faktor zur Erhaltung der ‚wirtschaftlichen Gesundheit‘. Die Kriegsdrohung und die ständige ‚Gefahr‘ innerer Aufstände in vielen Teilen der Welt tragen dazu bei, das geeignete psychologische Klima von Psychose und Konformismus aufrechtzuerhalten.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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