Am 12. Februar vor 200 Jahren starb Immanuel Kant. Doch nicht erst mit diesem Jubiläum, sondern bereits im letzten Jahrzehnt, erlebte der Königsberger Philosoph eine fast sensationell zu nennende Renaissance. Mit dem Ende der Blockkonfrontation avancierte er zum Gewährsmann einer friedlichen Zukunft im Schein von UNO und Völkerrecht, von "Global Governance" und "Weltinnenpolitik". Doch tempi passati. Im Zuge des schnellen Zusammenbruchs der vermeintlich neuen Weltordnung bekamen die Gegner einer kantisch inspirierten Politik zunehmend Übergewicht. In jüngster Zeit fungiert Kant als Spottfigur aller Bellizisten.
(aus: »Blätter« 2/2004, Seite 199-210)
Themen: Krieg und Frieden, Europa und Recht