Von der Wiederwahl George W. Bushs am 2. November dürfte der Papst besonders peinlich berührt gewesen sein. Denn ihm ist ein Konkurrent erwachsen, der ebenfalls sein Mandat von Gott herleitet. Anders als sein römischer Konkurrent verfügt der transatlantische Papst jedoch nicht nur über eine Schweizer Garde, sondern über Rumsfelds Divisionen, und er ist bereit, sie mit Feuer und Schwert gegen das Böse in der Welt apokalyptisch wie in Falludscha einzusetzen. Mehr noch: Der Papst aus Texas glaubt nicht nur wie der Papst aus Polen an Wunder, er macht sie auch. In einigen Wahlkreisen haben offenbar am 2. November bis zu 139 Prozent der Wähler votiert. Corriger la democratie!
(aus: »Blätter« 1/2005, Seite 65-74)
Themen: Globalisierung, Krieg und Frieden, Naher & Mittlerer Osten, USA und Wirtschaft