Feindbildwechsel in Serbien | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Feindbildwechsel in Serbien

von Boris Kanzleiter

Die ethnonationalen Weltbilder, die während der Kriege im zerfallenen Jugoslawien mobilisiert wurden, umfassten neben der Konstruktion eigener Identitäten stets auch die Zuschreibung von äußeren Freund- und Feindbildern. So gab in Kroatien am Anfang der 90er Jahre ein populärer Schlager mit dem Titel "Danke Deutschland" dem Glauben der Kroaten an eine innige Verbindung mit den Deutschen Ausdruck. Gefeiert wurde Deutschland nicht nur für die vorwärts preschende Rolle der christlich-liberalen Koalition unter Kanzler Helmut Kohl und seinem Außenminister Hans-Dietrich Genscher bei der kontroversen Durchsetzung einer schnellen völkerrechtlichen Anerkennung Kroatiens Ende 1991.

(aus: »Blätter« 6/2005, Seite 664-666)
Themen: Antisemitismus und Europa

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