Ausgabe März 2005

Neue Kriege, neue Söldner

Private Militärfirmen und globale Interventionsstrategien

Als in den 90er Jahren auf dem Balkan grausame Kriege tobten und bekannt wurde, dass Dutzende von Deutschen als Söldner auf den verschiedenen Seiten kämpften, war die Empörung in der Öffentlichkeit groß. Als durchsickerte, dass auf Seiten der Kroaten vor allem deutsche Rechtsextremisten tätig waren, kam es sogar zu parlamentarischen Anfragen.

Als im letzten Jahr im Irak vier italienische Söldner als Geiseln genommen und einer von ihnen erschossen wurde, war man in Italien tief bestürzt. Die Medien überschlugen sich und das Parlament diskutierte in langen Sondersitzungen – selbst der Papst schaltete sich in das Geschehen ein. Ähnliches könnte man aus Großbritannien, Frankreich, Polen oder Portugal berichten. Doch überall legte sich der Proteststurm nach ein paar Wochen; das Thema verschwand aus den Schlagzeilen und der Alltag kehrte wieder ein.

Aber der mediale Eindruck, wonach das Söldnertum heutzutage auf ein paar Fälle zu reduzieren wäre, täuscht. Nach den Erkenntnissen des UNHochkommissars für Menschenrechte1 sind derzeit Hunderttausende von Söldnern auf allen Kontinenten tätig – und ihre Zahl wächst täglich.

Erst der Irakkrieg führte einer breiteren Öffentlichkeit vor Augen, dass sich im Söldnertum ein radikaler Wandel vollzogen hat.

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