Ausgabe August 2006

Im Osten nichts Neues

Die bundesdeutsche Wirtschaft sei auf den „Aufschwungpfad zurückgekehrt“, jubelte das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und belegt dies damit, dass einerseits Unternehmen mehr investieren und andererseits private Haushalte im laufenden Jahr mehr konsumieren als noch im Vorjahr.1

Obwohl das Wachstum der gesamtdeutschen Wirtschaft deutlich langsamer ist als das der Vereinigten Staaten und auch unter dem europäischen Durchschnitt bleibt, gibt es doch einige Lichtblicke. Vor allem die kräftigen Zuwachsraten für Ausrüstungen signalisieren nicht nur eine günstige Konjunktur, sondern auch eine positive Erwartungshaltung der Investoren, die sicherlich von den anhaltenden Exporterfolgen stimuliert wird. Darüber hinaus belegen die anwachsenden Importe eine rege Binnennachfrage.

Zugleich bleiben die privaten Konsumausgaben jedoch in der Nähe einer Stagnation. Das IWH vermutet sogar, dass sie im nächsten Jahr tatsächlich stagnieren werden, nicht zuletzt infolge der Mehrwertsteuererhöhung.

Die gegenwärtige Konjunktur ist aber nicht nur im Hinblick auf das Verhalten von Investoren und Exporteuren auf der einen und Konsumenten auf der anderen Seite auffällig differenziert, sie offenbart – einmal mehr – auch eine regionale Spaltung.

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