Ausgabe Mai 2007

Migration als Entwicklungshilfe?

Eine Politik im Sinne traditioneller Entwicklungshilfe ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten aus der Mode gekommen. Stattdessen sind Schlagworte wie Wettbewerbsfähigkeit oder Global Governance in das Zentrum der Nord-Süd-Debatte gerückt. Der neueste Trend geht dahin, Migration als Entwicklungsmotor für die ärmeren Herkunftsländer zu propagieren. Im Mittelpunkt stehen dabei allerdings nicht die Rechte der Migrantinnen und Migranten, sondern die international koordinierte Steuerung der Zuwanderung aus den ärmeren Teilen dieser Welt.

Seit Mitte der 80er Jahre lässt sich beobachten, dass die globale sozioökonomische Ungleichheit – trotz unzähliger Entwicklungsprojekte und beträchtlicher Finanztransfers – zu- statt abgenommen hat. Auch verschwand mit dem Ende des Ost-West-Konflikts ein Großteil der geostrategischen Motivation für Entwicklungshilfe. Die traditionellen Muster der Entwicklungspolitik wurden derweil schrittweise durch neue Debatten und Rezepte verdrängt.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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