Zum sechsten Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center wird erneut die Frage nach der Veränderung der Welt seit „Nine-Eleven“ gestellt. Ich setze, wie man sieht, „Nine-Eleven“ in Anführungszeichen. Weil ich das Datum – anders als das Klischee es will, „9/11“ habe die Welt verändert – nicht als die Wasserscheide der Zeitgeschichte betrachte. Natürlich war die Zerstörung des World Trade Center, bei der annähernd 3000 Menschen zu Tode kamen, ein grausiger Vorgang, der mich immer wieder, wenn ich die Bilder im Fernsehen sah, in Furcht und Schrecken versetzte. Hier sollte man wirklich von einer „humanitären Katastrophe“ sprechen.
(aus: »Blätter« 9/2007, Seite 1057-1071)
Themen: Krieg und Frieden, Atom und Recht