Im Sommer 2005 hat Jorge Semprún mir erklärt, wie er Kommunist geworden ist. Das Gespräch fand in seinem Landhaus im südlich von Paris gelegenen Gâtinais statt. Anfang der 70er Jahre hat Semprún das Haus für sich und seine Familie erworben, ein aus schweren Steinen erbautes und von Mauern umschlossenes altes bäuerliches Anwesen, das sich nur mit wenigen Fenstern zur Straße hin öffnet und davon zeugt, dass seine einstmaligen Erbauer sich von der Außenwelt nicht viel Gutes erwarteten. Dort verwahrt Semprún seine kommunistische Bibliothek, darunter auch den ersten Band des Kapitals mit einem Vorwort von Karl Korsch und vielen Anmerkungen von der Hand des Vaters.
(aus: »Blätter« 8/2008, Seite 101-115)
Themen: Geschichte, Kapitalismus und Nationalsozialismus