Knapp 300 Kilometer südlich von Harare, der Hauptstadt von Simbabwe, befinden sich die Ruinen der Hauptstadt eines mythischen Königreiches, das vor mehr als einem halben Jahrtausend einen Großteil des südlichen Afrikas beherrschte. Die verfallenden Bauwerke sind die größten Beispiele feudaler Baukunst südlich der Sahara. Als vor mehr als 120 Jahren Buren und Briten und auch deutsche Wissenschaftler das Land besetzten, hielten die Invasoren die ansässige Bevölkerung, ja die schwarzen Menschen insgesamt, kognitiv und technologisch für außerstande, Bauwerke solchen Ausmaßes zu planen, zu gestalten und zu bauen. Die Ruinen stammten von Phöniziern, oder das sagenumwobene Reich der Königin von Saba könnte hier seine Goldminen gehabt haben, vermuteten die Kolonisatoren.
(aus: »Blätter« 11/2009, Seite 103-109)
Themen: Afrika und Demokratie