Ausgabe April 2010

Integration durch Konflikt: Der Streit um das Minarett

Mit der Schweizer Minarettentscheidung hat die Islamdebatte auch in der Bundesrepublik wieder neuen Auftrieb erfahren. Die Grenzen der Integrationsfähigkeit des Islam und die Frage des Schutzes der westlichen Kultur sind prägende Stichworte dieser Debatte. Für die weitere friedliche Entwicklung in der Bundesrepublik ist es von zentraler Bedeutung, inwieweit es gelingt, eine sachliche und differenzierte Debatte zum Thema Islam und Integration zu führen.

In diesem Zusammenhang hat sich jetzt auch Josef Isensee des Themas angenommen. Unter dem Titel „Integration als Konzept: Die Grenzen der Toleranz“ behauptete er in der letzten Ausgabe der „Blätter“ die „Integrationsresistenz des Islam“, die bei ihm zur Schicksalsfrage der Demokratie wird: „Der Rechtskultur des Westens zittern die Knie“.[1] Sein Beitrag trägt damit nichts zur Versachlichung der Debatte bei. Im Gegenteil: Isensee setzt gezielt auf eine konfrontative Zuspitzung bei gleichzeitiger Problemverkürzung. Das soll an dieser Stelle exemplarisch an seinen Ausführungen zum Thema Minarett verdeutlicht werden.

Das Minarett ist bereits seit längerem Gegenstand islamkritischer Beiträge.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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