Das Prinzip endloser Akkumulation, also das Wesen des Kapitalismus, ist gleichbedeutend mit exponentiellem Wachstum; letzteres aber führt, wie Krebs, zum Tode. John Stuart Mills, der das erkannte, malte sich einen „stationären Zustand“ aus, der diesem irrationalen Prozess ein Ende setzen werde. John Maynard Keynes teilte die Zuversicht, dass die Vernunft siegen werde. Doch keiner von beiden verfügte über das Instrumentarium, mit dem sich erkennen lässt, wie die notwendige Überwindung des Kapitalismus auf Dauer zu erreichen wäre. Marx hingegen konnte sich, indem er dem neuen Klassenkampf die ihm gebührende Bedeutung beimaß, die Aufhebung der Machtkonzentration der Kapitalistenklasse vorstellen.
(aus: »Blätter« 1/2010, Seite 81-96)
Themen: Kapitalismus, Entwicklungspolitik, Finanzmärkte und Globalisierung