Ausgabe Oktober 2010

Heldin und „Staatsfeindin“

Am 11. September 2010 starb Bärbel Bohley. Wir würdigen die bedeutende Bürgerrechtlerin mit einer persönlichen Erinnerung von „Blätter“-Mitherausgeber Norman Birnbaum. Außerdem veröffentlichen wir einen Beitrag von Bärbel Bohley selbst. Er erschien in der März-Ausgabe 1990 der „Blätter“ und ist, ungeachtet seiner starken Zeitbezogenheit, gerade heute, zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit, hochaktuell. Zudem erinnern wir an den zweiten Demokratiepreis der „Blätter“, den Bärbel Bohley stellvertretend für die Demokratiebewegung der DDR am 7. Dezember 1990 entgegennahm, gemeinsam mit dem ebenfalls bereits verstorbenen Wolfgang Ullmann. Vgl. dazu auch die Dokumentation der Laudatio von Walter Jens („Wir bleiben in der Schuld dieser Demokratiebewegung“) sowie der Reden von Bärbel Bohley („Jetzt muss der Westen seine Demokratiefähigkeit beweisen“) und Wolfgang Ullmann („Politik auf neuen Wegen“) in „Blätter“ 1/1991, S. 21-34. – D. Red.

Helden oder Heldinnen begegnet man nur selten. Ich hatte das Glück, Bärbel Bohley kennenzulernen. Im Rückblick mache ich mir Vorwürfe: Es gab so viel von ihrer inneren Ruhe, ihrem stoischen Gleichmut gegenüber den gängigen Urteilen dieser Welt zu lernen – viel mehr, als ich anfangs erkannte.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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