Verbrannt in Dessau | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Verbrannt in Dessau

von Dirk Vogelskamp und Wolf-Dieter Narr

An Händen und Füßen gefesselt verbrannte Oury Jalloh, ein Asylsuchender aus Sierra Leone, am 7. Januar 2005 in einer Gewahrsamszelle der Dessauer Polizei. Die gerichtlichen Nachspiele dieses Feuertods wurden von der Öffentlichkeit aufmerksam verfolgt. Als die 6. Strafkammer des Landgerichts Dessau-Roßlau am 8. Dezember 2008 – nach 58 Prozesstagen in 22 Monaten – die Freisprüche der beiden angeklagten Polizeibeamten verkündete, erzeugte das Urteil großen Unmut: Zu viele Ungereimtheiten hatte das Gericht nicht aufzuklären vermocht. Stattdessen hatte es ein vermeintlich widerspruchfreies Bild von der angeblichen Selbsttötung des 23jährigen Mannes gezeichnet.[1]

(aus: »Blätter« 10/2010, Seite 9-13)
Themen: Rassismus, Innere Sicherheit und Recht

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