Ausgabe November 2011

Keine Bewegung ohne Wurzeln

Was der amerikanischen Linken fehlt

Auch wenn es seit jüngstem zu heftigen Demonstrationen unter dem Motto „Occupy Wall Street“ kommt und zu Anfang des Jahres kraftvolle Abwahlkampagnen gegen rechte Senatoren Wisconsin in Unruhe versetzten: Bislang haben es weder Gewerkschafter noch andere Kritiker von Unternehmermacht und staatlicher Sparpolitik geschafft, eine ernst zu nehmende Bewegung gegen jene Politik zu mobilisieren, die die Vereinigten Staaten in die Rezession getrieben hat. Im Gegenteil, manchmal sollte man gerade dann aufmerksam werden, wenn bestimmte Veränderungen ausbleiben. Zumal in dieser Lage: Amerikas wirtschaftliche Misere hält an, die Arbeitslosigkeit stagniert und die Hausverkäufe stagnieren oder gehen zurück. Die Kluft zwischen den reichsten Amerikanern und den restlichen Bürgerinnen und Bürgern ist tiefer denn je seit den 20er Jahren. Doch anstatt dass linke Kräfte das Ruder herumreißen, hat die Rebellion der Tea Party – angeführt von Veteranen der (neo-)konservativen Bewegung und finanziert durch Milliardäre – Politiker der Demokraten wie auch der Republikaner genötigt, die Bundesausgaben zusammenzustreichen. Gleichzeitig haben sie Vorstöße zunichte gemacht, die Reichen zu besteuern und Banker für ihre Verfehlungen zur Rechenschaft zu ziehen. Eine der Folgen ist, dass Barack Obama immer weniger einem zweiten Franklin D.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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