Ausgabe September 2011

Simbabwe: Der ewige Mugabe?

Afrika begehrt auf: Nach den nordafrikanischen Staaten scheint der „politische Sandsturm“ für Freiheit und Demokratie nun auch auf Länder südlich der Sahara überzugreifen. Die Elfenbeinküste könnte nur den ersten Dominostein in einer langen Reihe von erhofften demokratischen Umbrüchen darstellen. Diese könnten nun auch feudale Unrechtsregime, die sich wie etwa in Swasiland nur durch Ausnahmegesetze an der Macht halten, oder diktatorisch regierende Gerontokraten – wie in Simbabwe – zu Fall bringen.

Wie überall im südlichen Afrika regiert auch in Simbabwe die aus der früheren Befreiungsfront gegen die ehemalige Kolonialmacht hervorgegangene Staatspartei. Nimmt man das hoffentlich nahende politische Ende des seit 1969 regierenden libyschen Staatschefs Gaddafi vorweg, wird Simbabwes Robert Gabriel Mugabe den Staffelstab des gerontokratischen Diktators übernehmen. Seit inzwischen 31 Jahren klammert sich Mugabe an die Macht. Und wenn es nach ihm geht, wird seine ZANU-Partei das Land auf ewig regieren.

Dabei hat sich in keinem anderen Land des südlichen Afrika die Bevölkerung so komplett von ihrer Führung abgewandt. Dessen ungeachtet betonte noch im Juni 2011 die Führung der Luftwaffe im Chor mit den anderen Militärsparten, dass sie eine Abwahl des Präsidenten nicht dulden werde.

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Krieg im Kongo: Trump und der gordische Knoten

von Simone Schlindwein

Heute gelingt uns das, woran so viele andere gescheitert sind«, prahlte Donald Trump im Dezember 2025, als Kongos Präsident Felix Tshisekedi und dessen ruandischer Amtskollege Paul Kagame zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages im Weißen Haus eintrafen.

Südsudan: Krieg im Patronagestaat

von Simone Schlindwein

Seit nunmehr drei Jahren tobt im Sudan ein brutaler Krieg zwischen dem sudanesischen Militär SAF und der paramilitärischen Miliz RSF mit ihren rivalisierenden Anführern General Abdelfatah al Burhan und General Mohammed Hamdan Daglo; mehre Millionen Menschen wurden seither innerhalb des eigenen Landes und in Nachbarländer vertrieben, Hunderttausende getötet.