Ausgabe August 2007

Die Linke und Europa

Nachdem Ende März bereits die Parteitage zugestimmt hatten, entschieden sich im Mai auch die Mitglieder von Linkspartei.PDS und WASG in Urabstimmungen mit überwältigenden Mehrheiten für die Bildung der neuen gemeinsamen Partei. Zeitgleich zog „Die Linke“ bei den Bremer Wahlen erstmalig in ein westdeutsches Landesparlament ein, und das gleich mit 8,4 Prozent; in bundesweiten Umfragen liegt sie inzwischen konstant bei über zehn Prozent. Seit dem Vereinigungsparteitag im Juni mehren sich in den Gewerkschaften jene Stimmen, die für eine stärkere Zusammenarbeit mit der neuen Partei plädieren, und auch die Auseinandersetzungen innerhalb der SPD kann die Linkspartei als ihren Erfolg verbuchen. Sie hat gute Chancen, die große – und für die demokratische Verfasstheit der Gesellschaft problematische – Vertretungslücke links von der in die Mitte gerückten SPD zu füllen.

So weit die für „Die Linke“ guten Nachrichten. Die meisten Akteure dürften sich jedoch bewusst sein, dass der organisatorische Gewaltritt der vergangenen zwei Jahre auf Kosten programmatischer und strategischer Klärung gelungen ist.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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