Wie ich lernte, die Börse zu lieben | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Wie ich lernte, die Börse zu lieben

Oder: Die Neuerschaffung der Welt im dritten Jahrtausend

von Tobias Nickel

Wenn Frau Martha Kunze in Schmachtenhagen wissen will, ob sie die Wäsche raushängen kann oder ob es heute wohl regnen wird, und die 8-Uhr-Nachrichten im Radio anstellt, so erfährt sie vor dem Wetterbericht erst einmal, wie in Tokio gerade der Nikkei-Index steht. Frau Kunze besitzt ebensowenig japanische Aktien wie wohl andere 99,8 Prozent der Hörer. Und diejenigen in Deutschland, die am Nikkei hängen, sind ohnehin auf Knopfdruck mit den Weltbörsen online. Das ist symbolische Information und pädagogische Nachrichtengebung. Die Leute erfahren nicht, was sie interessiert, sondern was sie interessieren sollte.

(aus: »Blätter« 3/2000, Seite 358-269)
Themen: Kapitalismus, Globalisierung und Neoliberalismus

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