Ausgabe Oktober 2002 | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Oktober 2002

Chronik des Zeitgeschehens

Chronik des Monats August 2002

2.8. - T ü r k e i. Nach einer Reihe von Sondersitzungen beschließt das Parlament in Ankara mit 256 gegen 162 Stimmen, die Todesstrafe in Friedenszeiten abzuschaffen und nur noch in Kriegszeiten oder in Zeiten unmittelbar drohender Kriegsgefahr anzuwenden. […]

Kommentare und Berichte

Heißer Oktober

von Karl D. Bredthauer

Dieser Oktober wird heiß. All die Widersprüche, die schon den deutschen Wahlkampf durcheinander gewirbelt haben, müssen jetzt unter weiter verschärftem Realitätsdruck bearbeitet werden. […]

Wenn George W. Bush UNO spielt

von Konrad Ege

Saddam Hussein ist ein außerordentlich brutaler Diktator, der im Krieg gegen den Iran und gegen Kurden Giftgas eingesetzt hat, der vor gut zehn Jahren völkerrechtswidrig in Kuwait einmarschierte, der zu Hause foltert und die ganze Nation bespitzelt, und der zudem noch UN-Abrüstungsresolutionen missachtet. Das wissen wir nicht erst seit George W. […]

Kästchendenken in Johannesburg

von Jörg Goldberg

"Wir, die Repräsentanten der Menschen in der Welt, erneuern unsere Verpflichtung zur nachhaltigen Entwicklung". So anspruchsvoll beginnt die feierliche Deklaration der Staatsoberhäupter zum Abschluss des UN-Gipfels für nachhaltige Entwicklung, der am 4. September in Johannesburg zu Ende ging. […]

Lateinamerika in der Falle

von Heiner Flassbeck

Das wirtschaftliche Drama in Lateinamerika nimmt kein Ende. Nach dem argentinischen Kollaps sind nun auch Brasilien, Uruguay und eine Reihe weiterer Länder stark angeschlagen. […]

Nuklearnovizen im Antiterrorkrieg

von Dietmar Rothermund

Nach dem 11. September 2001 reihten sich Indien und Pakistan, die sich seit 1998 als Atommächte gegenüberstehen 1), in die "Allianz gegen den Terror" ein. Sie taten dies aus gegensätzlichen Erwartungen. Indien hoffte, Unterstützung gegen die Infiltration pakistanischer Terroristen in Kaschmir zu finden. […]

Afrikanische Regressionen

von Henning Melber

Wie man sich irren kann: Die Machtübernahme Mugabes, ohne sowjetische Patronage, diene genau besehen der Sicherung britischer Interessen, meinte der mit deren Wahrung beauftragte Chef-Unterhändler und Außenminister Lord Carrington im letzten Stadium der Dekolonisierungsverhandlungen, als Ende der 70er Jahre aus Rhodesien Simbabwe entstand. […]

Wassermänner

von Wolfgang Fach

"Die Wasser", schreibt Mitte des 18. […]

Kolumne

Bush braucht eine Vision

von William Pfaff

Amerikaner fühlen sich unbehaglich bei außenpolitischen Konzepten, denen die visionäre oder idealistische Dimension fehlt. Sie sind eine Außenpolitik gewöhnt, die sich in einem großzügigeren Rahmen als dem augenblicklich gebotenen bewegt. Wohin würden Siege über Irak und Al Qaida führen? […]

Analysen und Alternativen

Konjukturen des Populismus

von Frank Decker

Im Frühsommer schockierte der Ausgang der Frankreich-Wahl die europäische Öffentlichkeit: Jean-Marie Le Pen, Kandidat des „Front National“, erreichte den zweiten Wahlgang den Präsidentschaftswahlen – ein weiterer Erfolg im Siegeszug der Rechtspopulisten in Europa, die seit dem Sieg der FPÖ in Österreich scheinbar unaufhaltsam voranschreiten: Di […]

Macht und Schwäche

von Robert Kagan

Es ist an der Zeit, mit der Illusion aufzuräumen, Europäer und Amerikaner lebten in ein und derselben Welt oder besäßen gar ein gemeinsames Weltbild. In der alles entscheidenden Frage der Macht - in der Frage nach der Wirkungskraft, der Ethik, der Erwünschtheit von Macht - gehen die amerikanischen und die europäischen Ansichten auseinander. […]

Der Rüstungsschub unter Bush jr.

von Lutz Unterseher

"The absence of evidence is not the evidence of absence" 1), sagte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld im Juni 2002 in Brüssel. […]

Kooperation hinter den Kulissen

von Steffen Hertog

Die saudische Außenpolitik bevorzugt es traditionell, hinter den Kulissen im diplomatischen Halbdunkel zu operieren. Umso mehr muss das grelle Licht geschmerzt haben, das am 6. […]

NSA und Echelon

von Olaf Winkel und Orkan Kösemen

Der Vorwurf der Wirtschaftsspionage durch US-Geheimdienste wird nicht nur von Vertretern Washingtons, sondern auch von Seiten der Bundesregierung gern überhört oder zurückgewiesen. […]

Globalisierung der Menschenrechte

von Andreas Fischer-Lescano

Soziales gründet auf Sozialem. Diese Formel mag nicht unbedingt und sofort auf vorbehaltlose Zustimmung stoßen. Wenn man sich aber einmal auf die postmodernen Demystifizierungen einlässt, dann sieht man, dass die Aufdeckung und Entlarvung gesellschaftlicher Gründungsmythen eine durchaus Gewinn bringende Tätigkeit sein kann. […]

Der neue Antisemitismus

von Antony Lerman

Während der "Möllemann-Debatte" im vergangenen Frühsommer führten wir ein "Blätter"-Gespräch mit Hanno Loewy vom Fritz Bauer Institut in Frankfurt a.M. […]

Medienkritik

Das Comeback der alten Dame

von Günter Giesenfeld

Leni Riefenstahl, die am 22. August ihren 100. Geburtstag feierte, sitzt seit Kriegsende als aktive Propagandistin Hitlers immer wieder auf der Anklagebank. Trotzdem ist sie inzwischen schon so etwas wie eine lebende Legende geworden. […]

Wirtschaftsinformation

Die Flut und das Geld

von Rudolf Hickel

Die August-Flut hinterlässt in den betroffenen Regionen katastrophale ökonomische Schäden. Viele Menschen haben ihre existenzielle Basis verloren; wichtige Leistungen für den ökonomischen Aufbau Ostdeutschlands wurden im wahrsten Sinne des Wortes weggespült. […]

Dokumente zum Zeitgeschehen

Was im Interesse der Weltgemeinschaft liegt, ist auch nationales Interesse. Erklärung von UN-Generalsekretär Kofi Annan vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 12. September 2002 (Wortlaut)

Wir können nicht einfach zur Tagesordnung übergehen – und ich würde dies auch nicht wollen – ohne uns über den gestrigen Jahrestag und über die Herausforderung Gedanken zu machen, mit der die Weltordnung am 11. September 2001 in so brutaler Weise konfrontiert wurde. […]

Die Vereinten Nationen müssen ihre Verantwortung übernehmen. Rede von Präsident George W. Bush vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 12. September 2002

Herr Generalsekretär, Herr Präsident, verehrte Delegierte, meine Damen und Herren: Ein Jahr und einen Tag, nachdem Terroranschläge Leid über mein Land und über viele Bürger unserer Welt gebracht haben, kommen wir hier zusammen. Gestern haben wir der unschuldigen Menschen gedacht, die an jenem schrecklichen Morgen ihr Leben ließen. […]

Der Kongress muss über einen Irak-Krieg abstimmen. Eine Petition amerikanischer Historiker vom 13. September 2002 (Wortlaut)

1200 amerikanische Historikerinnen und Historiker haben sich am 13. September mit einer Petition an den US-Kongress gewandt (die am 17. September als ganzseitige Anzeige in der „New York Times“ erschien). […]

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