Privatisierungszauber | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Privatisierungszauber

von Werner Rügemer

Das Zauberwort Privatisierung ist schon lange im Umlauf. Es geriet zur Alltagsformel und wird inzwischen auch lustlos hergebetet wie andere Gebete, die man zwar nicht glaubt, aber trotzdem befolgt. Nur mithilfe der Privatisierung könnten die leeren öffentlichen Kassen wieder gefüllt werden, heißt es. Und wenn Privatunternehmen die Müllabfuhr, den Bau von Rathäusern und die Reinigung von Klassenzimmern übernehmen, dann soll dies ohnehin viel besser sein: unbürokratischer, anpassungsfähiger und zudem billiger als beim Staat. Denn der Staat, das gehört zu diesem weltlichen Vaterunser, ist ein gefräßiger Moloch, der dem Bürger die letzten Euro aus der Tasche zieht und jegliche Privatinitiative abtötet.

(aus: »Blätter« 6/2003, Seite 664-667)
Themen: Neoliberalismus und Wirtschaft

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