Wahlkampf mit der Homoehe | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Wahlkampf mit der Homoehe

von Claus Leggewie

Bill Clinton war gerade im Amt, da vollbrachte er bereits seinen ersten kapitalen Fehler: Bevor er eine Politik auf den Weg brachte, die das Mainstream- Amerika zufrieden stellte (und dazu zählten damals wie heute soziale Fragen wie eine "Krankenversicherung für alle"), setzte er sich für die offene Anerkennung von Homosexuellen in der US-Armee ein. Nicht diese Anerkennung selbst war der Fehler, sondern das schlechte Timing. Denn die seit Jahrzehnten überfällige, nun aber überstürzt wirkende Gleichstellung von homo- und heterosexuellen Soldaten konnte Clinton, damals noch ein unbeschriebenes Blatt, von konservativen Gegnern als ein radikales Minderheitenthema angehängt werden – und machte ihn zum nachhaltigen Feindbild eines in Teilen immer noch zutiefst homophoben Amerika.

(aus: »Blätter« 5/2004, Seite 536-538)
Themen: Konservatismus und Demokratie

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