Reaktionäres Lehrstück | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Reaktionäres Lehrstück

von Günter Giesenfeld

Es gibt grundsätzlich zwei Weisen, mit denen sich das Kino der Realität nähern kann und die ihre je immanenten Regeln haben: Zum einen kann es in die Wirklichkeit eindringen, ihr Inneres mit dem Zweck bloßlegen, die Folgen einer (fehlgeleiteten) Entwicklung deutlich werden zu lassen. Zu diesem Zweck ist es nötig, diese Realität zur Richtschnur der Darstellung zu nehmen; die erzählte Geschichte muss in einer bestimmten Weise „wahr“ sein. Die andere Möglichkeit könnte man mit dem Begriff „Allegorie“ charakterisieren; hier tritt die bewusste Konstruktion an die Stelle des Vorfindbaren. Die erzählte Geschichte soll als ein Lehrstück dienen, etwas beweisen, ein höheres Wissen um die Gesetze des menschlichen Daseins vermitteln.

(aus: »Blätter« 12/2005, Seite 1513-1513)

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