Geteiltes Grenzland? | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Geteiltes Grenzland?

von Heike Litzinger

Im Spätherbst 2004 entdeckte die Welt das "Grenzland" Ukraine. 1 Um die Entdeckung dieses entlegenen Erdwinkels leichter verarbeiten zu können, griffen Medien und außenpolitische Kommentatoren zu einem Muster, das seit dem Ende des Kalten Krieges geläufig ist: Diesmal ging es also um Ostukrainer gegen Westukrainer, so ähnlich wie Serben gegen Kroaten oder Christen gegen Muslime. Mit dieser Schablone ließ sich der Aufruhr auf den ukrainischen Straßen erklären. Der Präsidentschaftskandidat der Macht, Viktor Janukowitsch, versuchte denn auch tatsächlich, die übermächtige Opposition in Kiew mit einer drohenden Spaltung des Landes zu erpressen. Er behauptete, die russischsprachigen Menschen im Osten zu repräsentieren, die von den Westukrainern überrannt zu werden drohten.

(aus: »Blätter« 1/2005, Seite 21-24)
Themen: Europa, Demokratie und Wirtschaft

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