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Weltbank: Chancengleichheit als Ideologie

von Jörg Goldberg

Der im September erscheinende Weltentwicklungsbericht 2006 der Weltbank wird sich einem brennenden Thema widmen: der Ungleichheit. Gleich am Anfang des bereits vorliegenden Entwurfs wird allerdings klargestellt, dass man damit nicht etwa mehr Einkommensgleichheit oder Verteilungsgerechtigkeit meint.1 Der im Titel verwendete Begriff equity wird im Sinne von Chancengleichheit (opportunities), des "ebenen Spielfelds" verstanden, wobei vorausgesetzt wird, dass gleiche Chancen keineswegs zu einer ausgeglicheneren Einkommensverteilung führen müssen. So zielt mehr Chancengleichheit diesem Ansatz zufolge nicht auf Umverteilung, im Gegenteil: Ist das "Spielfeld" eben, müssen die Verteilungsergebnisse politisch hingenommen werden.

(aus: »Blätter« 7/2005, Seite 884-886)

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