Die Wahrheit der Fiktion | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Die Wahrheit der Fiktion

von Günter Giesenfeld

„Wer das Genrekino nicht für das Maß aller Dinge hält, wird niemals begreifen, warum man sich all diese Probleme bereiten kann, die aus München zugleich einen konsumierbaren Thriller und ein befremdliches Rätsel machen,“ schreibt die FR, aber wer das Dilemma von Steven Spielbergs Film so formuliert, der stellt schon nicht mehr die Frage, ob die Darstellung der Ereignisse von München 1972 „stimmt“, oder auf welcher Seite der Film steht. Die provokativ gewollte Unparteilichkeit führt zu erheblichen Konstruktionsmängeln: Auf eine fast schon infantile Weise wird dem wohl effektivsten Geheimdienst der Welt, dem Mossad, unterstellt, er betraue ein Team von harmlosen Amateuren mit der Aufgabe, die Opfer des Anschlags zu rächen.

(aus: »Blätter« 3/2006, Seite 289-289)

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