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Österreich nach dem Schüsselismus

von Robert Misik

Es war schon kurz vor elf Uhr nachts, im Festzelt hing ein Dunst aus Freude und Schweiß, aus Zigarettenschwaden und euphorischer Entrücktheit, da trat Alfred Gusenbauer noch einmal auf die Bühne, umringt von allen, die Rang und Namen haben in der neuen und der alten Sozialdemokratie. „Heute ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, rief der SPÖ-Parteichef in die Menge. „Die Arroganz wurde abgewählt“. Und so sangen die Genossen, was sie schon lange nicht gesungen haben: die „Internationale“. Gewiss, es gibt frischere Lieder. Aber die eine Zeile, die konnten Gusenbauer und die Seinen nicht oft genug hören an diesem Abend: „...wir sind die stärkste der Parteien!“

(aus: »Blätter« 11/2006, Seite 1304-1308)
Themen: Rechtsradikalismus und Europa

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