Warum es um die "Mumien" einsam wird | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Warum es um die "Mumien" einsam wird

Das Ende der Legende vom "anständig" gebliebenen Auswärtigen Amt

von Annette Weinke und Norbert Frei

Mit einer bunten Hochglanzbroschüre blickte das Auswärtige Amt 1995, damals noch in Bonn, auf sein 125jähriges Bestehen zurück. Über die Zeit des „Dritten Reiches“ verlor die hausgemachte Festschrift nicht viele Worte: Zwar zeige die kleine Zahl aktiver Hitler-Gegner, dass das Amt insgesamt kein „Hort des Widerstandes“ gewesen sei. Genauso wenig aber könne es als verlängerter Arm der SS gelten. Die Wahrheit liege wohl „irgendwo in der Mitte“[1]. Das galt intern offenbar als Erkenntnisfortschritt gegenüber der Selbstbeschreibung zum hundertsten Amtsjubiläum 1970, als man sich noch seiner „starken Beteiligung“ am Umsturzversuch des 20.

(aus: »Blätter« 12/2010, Seite 75-83)
Themen: Nationalsozialismus, Außenpolitik und Geschichte

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