Kurzgefasst | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Kurzgefasst

von Blätter Verlag

Harald Welzer: Aus Fremdzwang wird Selbstzwang. Wie das Wachstum in die Köpfe kam

Seit der Industrialisierung hat die Wachstumsideologie nicht nur von der Wirtschaft, sondern auch von unserer Psyche Besitz ergriffen. Der Sozialpsychologe Harald Welzer, Direktor am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen, legt die Konsequenzen dieser fatalen Entwicklung offen: Das Wachstumsimperativ hat den globalisierten und flexibilisierten Menschen geschaffen. Doch das Streben nach unendlichem Wachstum scheitert an der Endlichkeit der Ressourcen und des menschlichen Lebens.

Ellen Meiksins Wood: Die Grenzen des Kapitalismus. Eine demokratische Wirtschaftslogik denken

In der gegenwärtigen Wirtschafts- und Finanzkrise treten die Grenzen des kapitalistischen Wirtschaftssystems offen zu Tage. Ellen M. Wood, emeritierte Politikprofessorin der York Universität in Toronto, fragt, welche Ziele antikapitalistische Bewegungen in dieser Situation verfolgen sollten. Dabei kommt sie zu einem radikalen Befund: Statt den Kapitalismus zu reformieren, sollte die Linke eine neue, demokratische Wirtschaftslogik denken.

Harald Schumann: Das Brot an den Börsen: Wetten auf Hunger

Rund eine Milliarde Menschen verfügen über nicht genug Ressourcen, um sich ausreichend zu ernähren. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts haben steigende Nahrungsmittelpreise den Hunger auf der Welt massiv verschärft – und zugleich Börsen wie Banken hohe Gewinne beschert. Der Journalist Harald Schumann entlarvt, wie Spekulanten mit Milliardenwetten die Preise für Lebensmittel in die Höhe treiben und damit unvorstellbares menschliches Leid hervorrufen.

Frank Überall: Die Ethik der Korruption

Ganz Europa spricht von der Misswirtschaft und Bestechlichkeit im Süden des Kontinents. Doch auch in Deutschland ist Korruption längst zu einem handfesten Problem geworden. Der Politologe Frank Überall weist nach, zu welchen subtilen Strategien die Profiteure der Korruption greifen, um ihre Netzwerke gezielt zu verschleiern. Um die Korruption hierzulande einzudämmen, hilft allein verstärkte Aufmerksamkeit und ein Höchstmaß an Transparenz.

Michael R. Krätke: Erfurt zum Zweiten. Ein linkssozialdemokratisches Programm für eine sozialistische Partei

Nach langer Debatte hat sich die Linkspartei auf ihrem letzten Parteitag in Erfurt auf ein neues Grundsatzprogramm verständigt. Michael Krätke, Professor für Politische Ökonomie an der Universität Lancaster, analysiert das neue Positionspapier. Sein Fazit: SPD und Linkspartei stehen sich heute inhaltlich näher, als es ihre Protagonisten wahrhaben wollen.

Nichi Vendola: Ein anderes Italien

17 Jahre nach Beginn seiner ersten Amtszeit ist der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi zurückgetreten. Seine Bilanz ist verheerend: Er hinterlässt ein sozial tief gespaltenes Land mit hoher Arbeitslosigkeit. Der italienische Politiker Nichi Vendola, Ministerpräsident der Region Apulien und Anwärter auf die Spitzenkandidatur eines Mitte-Links-Bündnisses, analysiert die fatalen Folgen der Regierungspolitik Berlusconis und präsentiert das Modell eines anderen, gerechteren Italien.

(aus: »Blätter« 12/2011, Seite 41-42)

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