Kurzgefasst | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Kurzgefasst

von Blätter Verlag

John Nichols: Die Neue Linke in Amerika. Politische Lehren aus Wisconsin, Ohio und Occupy

Die Occupy-Bewegung und die jüngsten Sozialproteste in Wisconsin und Ohio haben der US-amerikanischen Linken neues Leben eingehaucht. Der Publizist John Nichols sieht diese Neue Linke vor allem als eines: als work in progress. Um dauerhaft erfolgreich zu sein, müsse sie ihren eigenen Weg finden und dabei nicht nur die Straßen, sondern auch die Wahlurnen erobern – jedoch ohne sich in den Untiefen der Parteienpolitik zu verlieren. 

Jürgen Roth: Die politische Firma. Gazprom und das System Putin

Wer Gazprom verstehen will, muss sich auch mit Wladimir Putin auseinandersetzen. Der Publizist Jürgen Roth analysiert den wachsenden Einfluss des vermeintlich „normalen Energiekonzerns“ auf die russische Politik und Europa. Sein ernüchterndes Resümee: Das Imperium hat nicht nur der neuen Elite des Landes auf Kosten der Bevölkerung immensen Reichtum beschert. Vielmehr hat er auch den „Westen“ in eine fatale Abhängigkeit getrieben.

Arundhati Roy: Kapitalismus: Eine Gespenstergeschichte, 2. Teil.
Der Imperialismus der Wohltäter

Sie eröffnen Bibliotheken oder helfen, Krankheiten zu bekämpfen – unternehmensfinanzierte Stiftungen tun Gutes, möchte man meinen. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy spürt den unternehmerischen Wohltätern nach und räumt mit diesem Mythos auf. Hinter dem System aus Stiftungen und NGOs entdeckt sie das Regime eines globalen Konzernkapitalismus, mit dessen Hilfe die „westlichen“ Eliten einmal mehr ihre ökonomischen Interessen im globalen Süden durchsetzen.

Oskar Negt: Das Europa von heute und die Wirklichkeit von morgen.
Zur Verteidigung der Utopie

Die harte Realität der Finanz- und Wirtschaftskrise hat Europa fest im Griff – und verdrängt zugleich jeglichen utopischen Gedanken. Oskar Negt, Professor em. für Soziologie, zeigt, dass es zur Lösung der Krise mehr als nur des Sinns für das Wirkliche bedarf. Stattdessen müssen wir uns auch der Kräfte bedienen, die über die bestehenden Verhältnisse hinausweisen.

Martin Staiger: Die leistungskranke Gesellschaft. Warum Armut krank macht

Die Reformen der Agenda 2010 gelten – zehn Jahre nachdem die Hartz-Kommission ihre Vorschläge zur Erneuerung des Sozialstaats präsentierte – als deutsches Wundermittel gegen die derzeitige Krise. Martin Staiger, Theologe und Referent des Diakonischen Werks, hingegen zeichnet nach, wie die Agenda-Politik den Druck auf Erwerbslose und Beschäftigte erheblich steigert – mit dramatischen Folgen für deren psychische Gesundheit.

Werner Rügemer: Der Ruin der Kommunen: Ausverkauft und totgespart

Viele Städte und Gemeinden ächzen unter der Last leerer Kassen. Der Publizist Werner Rügemer analysiert die Ursachen der kommunalen Not, die, so seine These, keinem Naturgesetz folgt, sondern Ergebnis politischen Handelns ist: Sinkende Einnahmen, wachsende Ausgaben und teure Privatisierungsgeschäfte haben die Kommunen ins finanzielle Abseits manövriert. Um sich aus der Schuldenspirale zu befreien, sind nicht eiserne Sparmaßnahmen, sondern grundlegende Finanzreformen nötig.

Christa Müller: Urban Gardening: Die grüne Revolte. Warum Gärtnern in der Stadt politisch ist

Gemüseanbau liegt derzeit voll im Trend – selbst auf öffentlichen Flächen inmitten der Großstadt. Die Soziologin Christa Müller beschreibt, wie urbanes Gärtnern nicht nur das Verhältnis von Kultur und Natur nachhaltig verändert, sondern auch neue Formen der politischen Teilhabe und der solidarischen Ökonomie hervorbringt. Damit stellen die urbanen Gärtner auch das Verständnis kapitalistischen Wirtschaftens radikal in Frage.

Markus Beckedahl und Falk Lüke: Vernetzt Euch! Auf dem Weg in die digitale Gesellschaft

Das Internet verändert unsere Gesellschaft – unwiderruflich. Die Blogger und Internetaktivisten Markus Beckedahl und Falk Lüke suchen netzpolitische Antworten auf die vielfältigen Herausforderungen dieser Entwicklung. Dabei deuten sie das Netz nicht als potentielle Bedrohung, sondern als Gestaltungsraum, der uns dazu auffordert, althergebrachte Normen, Werte und Organisationsformen produktiv in Frage zu stellen.

(aus: »Blätter« 8/2012, Seite 35-36)

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