»Aufgrund des Klimawandels wächst weltweit die Zahl der Hungernden« | Blätter für deutsche und internationale Politik

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»Aufgrund des Klimawandels wächst weltweit die Zahl der Hungernden«

Welthunger-Index 2019, 15.10.2019

Das menschliche Handeln hat eine Welt geschaffen, in der es immer schwieriger wird, die Bevölkerung angemessen und nachhaltig zu ernähren. 150 Jahre rasanten Wirtschaftswachstums und ein daraus resultierender Anstieg der Treibhausgasemissionen haben die globalen Durchschnittstemperaturen verglichen mit dem vorindustriellen Zeitalter um 1 °C erhöht. Fachleute sind sich einig, dass der Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperaturen bei den derzeitigen Emissionen zwischen 2030 und 2052 voraussichtlich 1,5 °C erreichen wird. Klimamodelle prognostizieren höhere Durchschnittstemperaturen in den meisten Land- und Meeresregionen, Hitzewellen in den meisten bewohnten Gebieten sowie in einigen Regionen starke Niederschläge und eine immer größere Dürrewahrscheinlichkeit (IPCC 2018a).

Diese Veränderungen werden sich weltweit in zunehmendem Umfang auf das Leben der Menschen einschließlich ihrer Ernährung auswirken. In Südasien und Afrika südlich der Sahara – Regionen mit hohen Armuts- und Hungerraten – ist die Landwirtschaft stark von Niederschlägen abhängig und bereits für minimale Temperaturschwankungen anfällig. Für große Bevölkerungsgruppen (in einigen Ländern bis zu 80 Prozent der ländlichen Haushalte) bildet die Landwirtschaft die einzige Existenzgrundlage. Genau die Regionen, in denen diese Bevölkerungsgruppen leben, sind infolge des Klimawandels am stärksten von Hunger und Ernährungsunsicherheit bedroht. Für Menschen, die bereits jetzt von Hunger betroffen sind, erhöht der Klimawandel bestehende Risiken immens. Fast 822 Millionen Menschen sind nach wie vor unterernährt, und 149 Millionen Kinder weisen aufgrund von Unterernährung Wachstumsverzögerung auf (FAO et al. 2019). Darüber hinaus leiden mehr als zwei Milliarden Menschen unter einem Mangel an einem oder mehreren Mikronährstoffen (von Grebmer et al. 2014). Nach einem zuvor verzeichneten Rückgang ist die Zahl der Hungernden seit 2015 wieder gestiegen; diese Entwicklung führt die UN-Ernährungsund Landwirtschaftsorganisation (FAO) auf anhaltende Instabilität in konfliktbelasteten Regionen, eine schwache Wirtschaftsentwicklung in friedlicheren Regionen und schädliche Klimaereignisse zurück (FAO 2018b). Seit Anfang der 1990er-Jahre hat sich die Zahl der extremwetterbedingten Katastrophen verdoppelt, was sich auf die Ernteerträge bei den wichtigsten Nutzpflanzen auswirkt sowie zu steigenden Nahrungsmittelpreisen und Einkommensverlusten führt (FAO et al. 2018) – mit dramatischen Auswirkungen für ohnehin in Armut lebende Menschen. 

Die vollständige Studie finden Sie hier.

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