»Bloße Restitutionen sind nicht ausreichend« | Blätter für deutsche und internationale Politik

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»Bloße Restitutionen sind nicht ausreichend«

Aufruf weltweiter Wissenschaftler, 13.12.2018

Die öffentliche Debatte darf nicht auf die Forderung nach Restitutionen oder Reparationen beschränkt werden. Vielmehr sollten wir die Chance ergreifen, die diese Diskussion eröffnet: die Möglichkeit, über eine Auseinandersetzung mit diesen Objekten eine jahrhundertealte – wenn auch in vieler Hinsicht brutale und gewaltgeprägte – gemeinsame Geschichte dem kolonialen Vergessen zu entreißen und Verantwortung für diese entangled history in Gegenwart und Zukunft zu übernehmen. Eine Geschichte, in der die Menschen, die diese Dinge in Afrika, Ozeanien, Asien, Australien und den Amerikas hergestellt, genutzt, gehandelt, verkauft und durch koloniale Gewalt verloren haben, genauso eine Rolle spielen wie die Menschen, die sie geraubt oder gekauft, nach Europa verschifft und dort gebraucht und eventuell ausgestellt haben. Die Gewalt des kolonialen Herrschaftsverhältnisses war Teil dieser Geschichte. Eine Debatte über koloniale Objekte, wie wir sie fordern, eröffnet Perspektiven für die Neugestaltung der Gegenwart, und zwar insbesondere mit jenen Regionen, mit denen Europa seit Langem durch die koloniale Geschichte sowie durch neokoloniale ökonomische Beziehungen unauflösbar verbunden ist.

Den vollständigen Aufruf finden Sie hier.

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