»Das Social Web ist für Rechtsextreme das wichtigste Mittel zur Beeinflussung Jugendlicher« | Blätter für deutsche und internationale Politik

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»Das Social Web ist für Rechtsextreme das wichtigste Mittel zur Beeinflussung Jugendlicher«

Bericht von jugendschutz.net über Rechtsextremismus im Internet, 12.8.2014

Ausblick: Rechtsextremismus online vereint die Stirn bieten

Rechtsextremismus im Netz ist ein anhaltendes Problem und die Versuche der Protagonisten, Jugendliche zu ködern, sind vielfältig. Subversive Aktionsformen und subtile Beeinflussung gehen Hand in Hand mit Aufrufen zu Mord und Totschlag; Plattformen, auf denen sich Kinder und Jugendliche täglich bewegen, lösen klassische Szenewebsites als Propagandainstrument ab. Diesen Entwicklungen gilt es entschieden und mit vereinten Kräften entgegenzutreten.

Vor allem die Global Player sind in der Pflicht, Kinder und Jugendliche vor Gefährdungen, denen diese auf ihren Plattformen ausgesetzt sind, zu schützen. Hierzu bedarf es klarer Nutzungsregelungen, die Rassismus und Diskriminierung untersagen, sowie einer konsequenten Ahndung von Verstößen. Dort, wo Rechtsextreme verstärkt auftreten und Dienste zu Propagandazwecken instrumentalisieren, ist die Umsetzung pro-aktiver Maßnahmen zu fordern, zum Beispiel der Einsatz technischer Schutzmöglichkeiten.

Parallel müssen die User des Social Web gestärkt werden für eine Auseinandersetzung mit Rechtsextremen, die in ihren Communitys Rassismus verbreiten, Menschen herabwürdigen oder gar zur Gewalt gegen sie aufrufen. Hier sind Schule und außerschulische Bildung gefragt. Aber auch in den Sozialen Netzwerken selbst müssen Kampagnen initiiert werden, die zum Thema Rechtsextremismus sensibilisieren und auf Solidarität mit den Opfern rassistischer Ausgrenzung abzielen. Die Initiative „361 Grad Respekt“ von Laut gegen Nazis und YouTube sowie das europaweite „NoHateSpeech-Movement“ sind in diesem Zusammenhang beispielhaft.

Strategien gegen Hass im Netz müssen nicht zuletzt international gedacht werden. Die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen, wie sie im Rahmen von INACH praktiziert wird, ist hier wegweisend, muss jedoch auf eine Zusammenführung und systematische Auswertung von internationalen Erkenntnissen zu Hassphänomenen ausgedehnt werden. Eine Sicherung und Weiterentwicklung dieser einzigartigen Kooperation von Onlinemeldestellen wird jedoch nur über eine solide finanzielle Absicherung des Netzwerks gelingen.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier (pdf).

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