»Die erhöhten Konzen­trationen von Antibiotika, Bioziden und Schwermetallen in der Umwelt sind besorgniserregend« | Blätter für deutsche und internationale Politik

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»Die erhöhten Konzen­trationen von Antibiotika, Bioziden und Schwermetallen in der Umwelt sind besorgniserregend«

Hintergrundpapier des Umweltbundesamtes, 7.11.2018

In Deutschland wird zurzeit über das Vorkommen von antibiotikaresistenten Bakterien in der Umwelt berichtet und diskutiert. Nicht immer wird dabei korrekt zwischen dem Nachweis von Antibiotikawirkstoffen und dem antibiotikaresistenter Bakterien in der Umwelt unterschieden. Ziel dieses Papieres ist, die bestehenden wissenschaftlichen Kenntnisse über Antibiotikawirkstoffe und antibiotikaresistente Bakterien in der Umwelt zusammenzufassen, Kenntnislücken aufzuzeigen und Handlungsoptionen vorzuschlagen, die bei den aktuellen politischen Diskussionen aus Sicht des Umweltbundesamtes (UBA) berücksichtigt werden sollen. Die Rolle der verschiedenen Umweltmedien wie Böden und Gewässer als „Senke“ für Antibiotikawirkstoffe, als Übertragungsweg und als Reservoir für antibiotikaresistente Bakterien, wird betrachtet.

Antibiotikaresistenzen können von Mensch zu Mensch (v.a. im Klinikbereich) und von Tier zu Mensch (z.B. in der Landwirtschaft), übertragen werden. Aus der Umwelt können Antibiotikaresistenzen durch den Kontakt mit Gewässern schlechter Qualität oder mit Wirtschaftsdünger behandelten Böden auf den Menschen übertragen werden. Über Lebensmittel von Anbauflächen, die mit aufbereitetem Abwasser bewässert wurden, können Antibiotika und antibiotikaresistenten Bakterien ebenfalls vom Menschen aufgenommen werden.

Grund zur Besorgnis geben die erhöhten Konzen­trationen von Antibiotikaresistenzen, Antibiotika, Bioziden und Schwermetallen in der Umwelt dennoch, da sie zur Bildung neuer Kombinationen dieser Resistenzen in potentiellen Krankheitserregern  oder auch in Umweltbakterien führen können. Diese  neuen antibiotikaresistenten Bakterien können über die oben beschriebenen Wege aus der Umwelt vom  Menschen aufgenommen werden. Im Darm können Antibiotikaresistenzgene auch an weitere Bakterien in der Darmflora übertragen werden. So kann der menschliche Gastrointestinaltrakt ein Reservoir für Bakterien mit Antibiotikaresistenz werden.

Das vollständige Hintergrundpapier finden Sie hier.

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