»Die Erneuerbaren werden das Energiesystem grundlegend transformieren« | Blätter für deutsche und internationale Politik

LoginWarenkorb

»Die Erneuerbaren werden das Energiesystem grundlegend transformieren«

Studie des Thinktanks Agora Energiewende, 14.6.2017

Die Energie- und Klimapolitik ist traditionell geprägt von zwei widersprüchlichen Weltsichten: Die eine hält wirtschaftlichen Erfolg und Klimaschutz für Gegensätze, die andere sieht Klimaschutztechnologien als Motor für wirtschaftlichen Erfolg im 21. Jahrhundert. Die Investoren haben sich dabei längst entschieden: Seit 2013 werden mehr Erneuerbare-Energien-Anlagen zugebaut als alle anderen Kraftwerke zusammengenommen, und in der Autoindustrie investieren Risikokapitalgeber nur noch in Elektromobilität und Smart Mobility, nicht mehr in Benzin und Diesel.

Deutschland sieht sich beim Klimaschutz als Vorreiter. Doch im Wettlauf um den Zukunftsmarkt der Energiewendetechnologien kann man sich nicht auf früheren Erfolgen ausruhen. Vor diesem Hintergrund beschreibt das hier vorgelegte Impulspapier von Agora Energiewende die Ziele und Strategien für eine erfolgreiche zweite Phase der Energiewende bis zum Jahr 2030. Denn das Jahr 2030 stellt eine wichtige Wegmarke in der Energiewende dar: Bis dahin soll die Hälfte des noch verbleibenden Weges bis zu einer dekarbonisierten Energieversorgung im Jahr 2050 bewältigt sein.

Die zweite Phase der Energiewende wird dadurch geprägt sein, dass zur Stromwende die Wärmewende und die Verkehrswende hinzukommen. Zudem werden die Erneuerbaren Energien nicht einfach nur, wie bisher, in das bestehende Energiesystem integriert werden, sondern im Stromsektor die Mehrheit übernehmen und damit das Energiesystem grundlegend transformieren.
Aus Sicht von Agora Energiewende sind derzeit sieben Megatrends der globalen Energiewende erkennbar:

1. Degression der Kosten: Wind, Solar und Batterien werden immer günstiger.
2. Dekarbonisierung: Der Klimawandel beschleunigt sich und zwingt zum Handeln.
3. Deflation der Energiepreise:Kohle, Öl und Gas bleiben billig, werden aber volatiler.
4. Dominanz der Fixkosten: Die Energiewelt der Zukunft hat geringe Betriebskosten.
5. Dezentralität: Die Struktur des neuen Energiesys-tems ist viel dezentraler.
6. Digitalisierung: Energie wird smart und vernetzt.
7. Demokratisierung: Energie betrifft Bürgerinnen und Bürger direkt.

Für die Gestaltung der Energiepolitik in den kommenden Jahren dürften diese sieben Trends die Grundlage bilden, die jegliche Politik zu beachten hat.

Den vollständigen Text finden Sie hier.

top