»2016 gab es weniger Hinrichtungen als im Vorjahr« | Blätter für deutsche und internationale Politik

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»2016 gab es weniger Hinrichtungen als im Vorjahr«

Bericht von Amnesty International, 11.4.2017

Amnesty International verzeichnete im Jahr 2016 mehr als 1.000 Hinrichtungen auf der ganzen Welt. Dies ist ein Rückgang gegenüber 2015 − einem Jahr, in dem die Organisation einen historischen Höchststand bilanzierte. Im Jahr 2016 wurden mehr als 3.000 Todesurteile verhängt, was eine Zunahme verglichen mit dem Vorjahr bedeutet.
Zwei Länder − Benin und Nauru − schafften die Todesstrafe für alle Verbrechen ab, während Guinea sie für gewöhnliche Verbrechen beendete.
In der Region Naher Osten und Nordafrika sank die Zahl der durchgeführten Hinrichtungen im Vorjahresvergleich um 28 Prozent. Iran und Saudi-Arabien blieben aber unter den Staaten, die weltweit für die meisten Hinrichtungen verantwortlich sind.
In der Region Asien und Pazifik nahm die Zahl der bekannt gewordenen Hinrichtungen ab, vor allem aufgrund eines deutlichen Rückgangs in Pakistan. China war wieder einmal der weltweit führende Henkerstaat, auch wenn Daten über die Todesstrafe als Staatsgeheimnis eingestuft blieben. Die Zahl der registrierten Todesurteile stieg im asiatisch-pazifischen Raum deutlich an. Neue Informationen aus China, Malaysia und Vietnam zeichnen ein alarmieren des Bild in welchem beträchtlichen Ausmaß in diesen Ländern auf die Todesstrafe zurückgegriffen wird.
In Afrika südlich der Sahara gab es weniger Hinrichtungen. Allerdings nahm die Zahl der Todesurteile um 145 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, was vor allem auf einen steilen Anstieg in Nigeria zurückzuführen ist.
Die USA blieben auch im achten Jahr in Folge das einzige Land auf dem amerikanischen Kontinent, das Hinrichtungen durchführte, auch wenn die Zahl der Hinrichtungen und Todesurteile dort weiter zurückging. Zwei karibische Länder − Antigua und Barbuda sowie Bahamas − verwandelten die Todesurteile ihrer letzten verbliebenen Todestraktinsassen um.
In der Region Europa und Zentralasien nahm Belarus die Hinrichtungen nach einer 17-monatigen Unterbrechung wieder auf. Belarus und Kasachstan waren die einzigen beiden Länder in der Region, die die Todesstrafe anwendeten.

Den vollständigen Bericht in der englischen Originalfassung finden Sie hier. Eine gekürzte, deutsche Version des Berichts finden Sie hier.

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