»Die Zahl dokumentierter Hinrichtungen ist rückläufig« | Blätter für deutsche und internationale Politik

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»Die Zahl dokumentierter Hinrichtungen ist rückläufig«

Bericht von Amnesty International, 11.4.2018

Mindestens 2.591 Menschen sind 2017 zum Tode verurteilt worden. In 23 Ländern wurden vergangenes Jahr mindestens 993 Menschen hingerichtet – 84 Prozent davon allein in den vier Staaten Iran (mehr als 507), Saudi-Arabien (146), Irak (mehr als 125) und Pakistan (mehr als 60). Das dokumentiert der neue Bericht zur Todesstrafe von Amnesty International. Damit sind im Vergleich zum Vorjahr sowohl weniger Todesurteile verhängt (2016: 3.117) als auch vollstreckt worden (2016: 1.032). Allerdings enthält die Bilanz − wie in den Vorjahren − keine Zahlen zu China, da das Land Angaben zur Todesstrafe unter Verschluss hält. Amnesty geht davon aus, dass dort weiterhin jährlich die Todesstrafe tausendfach verhängt und vollstreckt wird. Weltweit lebten Ende 2017 insgesamt 16 Prozent mehr Menschen mit einem Todesurteil (2017: 21.919) als ein Jahr zuvor (2016: 18.848). Mit Guinea und der Mongolei haben 2017 zwei weitere Staaten die Todesstrafe vollständig abgeschafft.

„Jedes Jahr streichen weitere Staaten diese menschenverachtende Strafe aus ihren Gesetzesbüchern: Waren es 1987 lediglich 69 Staaten, die die Todesstrafe per Gesetz oder in der Praxis abgeschafft hatten, sind es 30 Jahre später 142 und damit zwei Drittel aller Staaten. Das ist ein wichtiger Erfolg“, sagt Andrea Berg, Leiterin der Abteilung Politik und Activism von Amnesty International in Deutschland. „Dennoch sitzen 2017 weltweit mehr als zwanzigtausend Menschen in Todestrakten, weil Regierungen immer noch auf diese menschenverachtende und menschenrechtswidrige Form der Bestrafung setzen, anstatt die Ursachen von Kriminalität zu bekämpfen und wirksame Maßnahmen gegen Drogenmissbrauch, Korruption oder Terrorismus zu ergreifen.

Die vollständige Pressemitteilung und den Link zum Bericht finden sie hier.

 

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