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»Ich schäme mich für das, was Ihrem Land von Deutschen und in deutschem Namen angetan wurde«

Rede von Außenminister Heiko Maas anlässlich des 75. Jahrestages des Warschauer Aufstandes, 1.8.2019.

Meine Damen und Herren,
nicht nur den Toten schulden wir eine ehrliche Aufarbeitung der Vergangenheit. Wir sind sie uns auch selbst schuldig, denn erst das gemeinsame Erinnern bahnt den Weg für eine gemeinsame Zukunft.

Deshalb wollen wir etwas dagegen tun, dass das Wissen um die polnischen Opfer des Krieges in Deutschland oft zu kurz kommt. Dass auch der Warschauer Aufstand bis heute viel zu wenig thematisiert wird, gerade in Deutschland.

Wir haben uns deshalb vorgenommen, dieses Wissen zu fördern.So wurde vor einigen Tagen mitten in Berlin – in der Gedenkstätte Topographie des Terrors – eine Ausstellung über den Warschauer Aufstand wiedereröffnet.

Und wir unterstützen die Initiative, die in Berlin einen Gedenkort für die Opfer des Krieges und der Besatzung in Polen schaffen will. Das ist lange überfällig.
Eine solche Gedenkstätte wäre nicht nur eine Versöhnungsgeste an Polen. Sie wäre bedeutend auch für uns Deutsche selbst.

Wir können die Verbrechen nicht ungeschehen machen. Und viele Wunden werden wohl niemals verheilen. Aber wir können dazu beitragen, dass der Opfer gedacht wird und zwar angemessen. Dass ihre Lebensgeschichten erforscht und erzählt werden und durch Erinnern lebendig gehalten werden.

Die vollständige Rede von Außenminister Heiko Maas anlässlich des 75. Jahrestages des Warschauer Aufstandes lesen Sie hier.