»In Teilen der Bevölkerung zeigt sich ein außerordentliches Potenzial von Politik- und Systemverachtung« | Blätter für deutsche und internationale Politik

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»In Teilen der Bevölkerung zeigt sich ein außerordentliches Potenzial von Politik- und Systemverachtung«

Studie der Hans Böckler Stiftung, 9.8.2017

Die politischen Strukturen haben sich in vielen westlichen Ländern in letzter Zeit stark verändert.  Neue  meist  rechtspopulistische  bis rechtsradikale  Parteien  traten  auf  dem  Plan,  mancherorts brach das tradierte Parteiensystem zusammen. Deutschland blieb davon lange Zeit weitgehend unberührt, die Wirtschaft erwies sich als stabiler als anderswo, das Parteiensystem  lange  Zeit  als  ausreichend  heterogen,  um vorhandene  Konflikte  zu  absorbieren. Aber auch in Deutschland ist eine zunächst schleichende, seit einigen Jahren deutliche politische Ausdifferenzierung am rechten Rand zu konstatieren, die erst in einer Abwendung von Politik,  zuletzt  in  Bürgerprotesten  wie  z.B.  Pegida  und  einem  Aufstieg  der  AfD  ihren  Ausdruck  fand.

Seit  rund zwei  Jahren  steht in  Deutschland  das  politische  Gemeinwesen  damit vor  einer Bewährungsprobe. Es offenbart sich seither in Teilen der Bevölkerung ein außerordentliches Potenzial  von  Politik-  und  Systemverachtung,  Medienskepsis,  autoritären  Einstellungen und Fremdenfeindlichkeit.  Eine  konstruktive  Kommunikation  mit  diesen  Bevölkerungsteilen  seitens  der  etablierten  politischen  Kräfte  scheint nachhaltig  erschwert;  nicht  zuletzt  auch  deshalb, weil die Frage nach der richtigen Kommunikationsstrategie in politischen Kreisen stark umstritten ist.

Umso  dringlicher  ist  geboten,  die  Zusammensetzung  und  Konstitution  des politisch „Neuen“ in der Bevölkerung umfassend zu untersuchen, um wirksame Ansatzpunkte für dessen Re-Integration in das pluralistische Gemeinwesen zu finden. Das Ziel der Studie besteht darin,  die  wesentlichen  Bestimmungsgründe  veränderter  politischer  Einstellungen  und  des  Wahlverhaltens zu ermitteln, deren Zusammenspiel in Abhängigkeit von subjektiver und objektiver Lebenslage zu analysieren und die Entwicklungsdynamik nachzuzeichnen. Besonderes  Augenmerk  liegt  damit  auf  der  Bedeutung  der  sozialen  und  ökonomischen  Lebenswirklichkeiten  verschiedener  Bevölkerungsgruppen unter  besonderer  Berücksichtigung  von  Gewerkschaftsmitgliedern.  Auf  dieser  Basis  werden  politische  Grundmuster  identifiziert,  Gefährdungspotenziale  für  das  Erstarken  des  Rechtspopulismus,  aber  auch Haltepunkte,  die  einer solchen Gefährdung entgegen stehen, ermittelt.

Die vollständige Studie finden Sie hier.

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