»Mehr als 30 Prozent der Deutschen sind populistisch eingestellt« | Blätter für deutsche und internationale Politik

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»Mehr als 30 Prozent der Deutschen sind populistisch eingestellt«

Studie des Wissenschaftszentrum Berlin und der Bertelsmann Stiftung, 1.10.2018

Mehr als drei von zehn Wahlberechtigten in Deutschland (30,4 Prozent) sind populistisch eingestellt. Das sind etwa 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig hat sich der Anteil explizit unpopulistischer Wähler um gut 11 Prozent verringert. Ein großer Teil der Zunahme populistischer Einstellungen bei allen Wahlberechtigten erklärt sich aus einer zunehmend populistischeren politischen Mitte. Etwa jeder achte Wahlberechtigte (12,7 Prozent) ist derzeit populistisch eingestellt und verortet sich selbst in der politischen Mitte. Im Vorjahr war es noch etwa jeder Neunte. Verschärft wird diese Zunahme des Populismus in der politischen Mitte durch den gleichzeitig um etwas mehr als ein Fünftel abnehmenden Anteil explizit unpopulistischer Wähler.

Profitieren konnten davon bisher vor allem die politischen Ränder und mit Abstand am stärksten die AfD. Sie nutzt ihren Populismus als aktive Mobilisie- rungsstrategie in der politischen Mitte: Rechte Wähler wählen AfD, weil sie weit rechts steht. In der Mitte wird die AfD dagegen vor allem von populistisch eingestellten Menschen gewählt. Gleiches gilt abgeschwächt auch für die Linkspartei: Auch sie wird von ideologisch linken Wählern als eine programmatisch linke Partei und von Wählern aus der Mitte vor allem als eine populistische Alternative zum etablierten Parteienangebot gewählt. Das Wählerpotenzial der AfD bleibt dennoch begrenzt, das zeigen die erstmals im Populismusbarometer erhobenen negativen Wahlabsichten: Danach lehnen mehr als sieben von zehn (71 Prozent) aller Wahlberechtigten die AfD grundsätzlich ab und würden sie „auf keinen Fall“ wählen. Damit liegt die AfD in der Wählerablehnung in etwa auf dem Niveau der rechtsextremen NPD.

Die vollständige Studie finden sie hier.

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