»Nahezu jeder dritte Deutsche vertritt ausländerfeindliche Positionen« | Blätter für deutsche und internationale Politik

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»Nahezu jeder dritte Deutsche vertritt ausländerfeindliche Positionen«

Studie des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung der Universität Leipzig, 7.11.2018

Die Leipziger Studien zu autoritären und rechtsextremen Einstellungen in Deutschland werden seit 2002 durchgeführt. Alle zwei Jahre finden Repräsentativerhebungen statt; nunmehr liegt mit der Leipziger Autoritarismus-Studie 2018 die neunte Erhebung vor. Mit dieser erfolgreichen Reihe von
Studien steht der Öffentlichkeit eine Langzeitbeobachtung zur Verfügung, die insbesondere autoritäre und rechtsextreme Einstellungen im Zeitverlauf abbildet. Die aktuelle Untersuchung vertieft und erweitert die bisherigen Analysen.

Ein Ergebnis der Untersuchung ist, dass nach wie vor rechtsextreme und autoritäre Einstellungen große Zustimmung erfahren. Am deutlichsten wird dies in der Dimension »Ausländerfeindlichkeit«. Nachdem diese in den letzten Jahren zurückging, vertritt heute (wieder) fast jeder Dritte ausländerfeindliche Positionen. Die aktuelle Studie zeigt außerdem, dass bis zu einem Drittel der Befragten antisemitischen Aussagen zumindest teilweise zustimmen – ein Beleg dafür, dass sich antisemitische Denkmuster nach wie vor in relevanten Größenordnungen bewegen. Eine zentrale Herausforderung sehen wir außerdem in diesem Befund: Einerseits ist erfreulich, dass die Zustimmung zur »Demokratie als Idee« und zur verfassungsmäßigen demokratischen Ordnung hoch und die grundsätzliche Ablehnung demokratischer Prinzipien gering ausfällt. Andererseits muss aber zu denken geben, dass mit der tatsächlichen Praxis der Demokratie nur etwa die Hälfte der Befragten zufrieden ist.

Die vollständige Studie finden Sie hier.

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